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Darshano L. RieserDarshano L. Rieser
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Route Nr.: | Letzte Änderung: 24.02.2026
Alle -> Österreich -> Zillertaler Alpen -> HierjetztspitzeZURÜCK
Westwand, Reichenspitz-Gruppe | Ausrichtung: West

Ichgespenst für Meistergeister

gelbe Linie > Werk 3/7 zum Kunstprojekt "about a moment" (Zeit, Raum, Ich)

"Ichgespenst für Meistergeister" bringt zum Ausdruck, dass das "Ich" - absolut gesehen - nur ein "halluzionäres Zentrumsgefühl" darstellt, in Wirklichkeit aber substanzlos ist und keine wahre Realität besitzt. Seit jeher weiß es die Mystik, doch spätestens seit der Quantenphysik zeigen auch wissenschaftliche Erkenntnisse, dass es aufgrund der fluktuierenden Quantenfelder kein vollkommen reines Vakuum gibt – und dass damit die Vorstellung eines absoluten, leeren Abstands physikalisch nicht haltbar ist, wodurch sich Grenzen als nicht fundamental erweisen. Das gilt auch für die Ich-Du-Illusion. Es gibt keine zwei Ichs (weil, was wäre der Abstand?), und was nur EINS ist (ohne Zweites), existiert – absolut gesehen – lediglich als eine willkürlich geschaffene Definition. Und auch das nur scheinbar. Ebenso wie Materie und/= Energie als eigenständige Entitäten. Es gibt keine zweite Zeit, keinen zweiten Raum, kein zweites Ich, sprich: kein Ich getrennt von einem Du. Die Nicht-Zweiheit ist bei der Zeit am leichtesten zu benennen, beim Raum weniger offensichtlich, und beim Ich am hartnäckigsten verschleiert, da das Ich selbst Teil der Illusion ist, - sprich: „das meisterhafte Ich-Gespenst lässt seine Geisterhülle am seltensten fallen, auf dass die Illusion des Ichs zerbricht“.

UIAA V-/V | 330 Km | Kletterzeit 2 Std.

Klettermeter: 330m | Routenhöhe: 260m | Wandhöhe: 260m | Gipfelhöhe: 2.969m
Standplatz: siehe Material + selber machen. | Fels: Urgestein, Granit
Charakter: alpin

Schöne, hochalpine Granitkletterei an nicht allzu steilen, flüssig kletterbaren Platten mit wenig vorhandener Zwischensicherung, die aber mit Friends gut selbst bewerkstelligt werden kann. Falls der Kletterhunger danach noch nicht gestillt ist, kann ja noch eine Nachbar-Route angehängt werden. Aber Achtung: inklusive Zu- und Abstieg ist der Tag auch mit einer einzelnen Hierjetztspitzen-Route in der Regel gut gefüllt!

Routenverlauf

Links der am rechten Rand der Westwand befindlichen, markant-geschwungenen Verschneidung präsentieren sich die Platten und Verschneidungen im unteren Wandteil einerseits bedrohlich schwarz, andererseits in anmutend schöner, einladender Geometrie, die leichte, knifflig-anregende Kletterei verspricht. Und hält. Mitten durch sie hindurch verläuft die Route "Entgrenzung für Fortgeschrittene", links davon die gegenständliche Route "Ichgespenst für Meistergeister", - aber noch immer rechts der Zentral-Verschneidung, knapp rechts derer sie zwar einsteigt und in den auslaufenden Platten einen Rechtsbogen beschreibt der die flacheren Platten am rechten Rand des Bandes erreicht, oberhalb dessen aber direkt in der Platten-Geometrie des oberen Wandteils bis zum höchsten Punkt fortfährt.

Material

Die Erstbegeher schlugen zur Standsicherung 8 NH und fädelten 1 SU (jeweils belassen) und legten einige Friends. Zur Zwischensicherung schlugen sie 1 NH, fädelten einen SZ (jeweils belassen) und legten dort und da einen Friend.

Ausgangspunkt

Mayrhofen, Bärenbad / Zillergrund, Zillertal

Zustieg

Mayrhofen > Zillergrund > Bärenbad > Staumauerkrone/GH Adlerblick > Plauener-Hütte. Von dort den Hannemann-Höhenweg entlang Richtung Heiliggeistjöchl, bis man nach etwa 15 Min. vom Kuchlmooskees ins Hohenaukees wechselt, also in jenes Kar, das hinauf leitet zur Hierjetztspitze, zum Spaten, zur Nördl. Zillerscharte, zur Nadelspitze usw. Nach dem Einmünden in dieses Kar zweigt man vom Hannemann-Höhenweg nach etwa 200 m steil links hinauf ab und gelangt in insgesamt ca. anderthalb Stunden links der Spaten-Westwand zur Hierjetztspitze-Westwand, die - vom darunter gelegenen Kar aus gesehen - markant alleinstehend wirkt, obwohl sie vom Südgrat des Südl. Schwarzkopf gebildet wird.

Abstieg

Im zentralen Wandteil mit 60m-Doppelseilsträngen über die eingerichtete Abseilpiste abfahren, oder vom Gipfel stark nach Südwesten seilend die markante Verschneidung am rechten Rand der Westwand gewinnen (Route "Ewigkeit für Anfänger") und über diese abfahren. Achtung: beim Abseilen im zentralen Wandteil fehlt der unterste Abseilstand (am unteren Ende des Bandes), weil vom vorletzten Abseilstand bisher immer in die südliche, kürzere Flanke hineingeseilt wurde, was sich aber mehrmals als gefährlich erwiesen hat (Steinschlag beim Abziehen der seitlich unkontrolliert rutschenden, rollenden Seile).

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Erstbegehung

Darshano L. Rieser, Christiane Fleissner, Wolfgang Aichner
Datum: 01.08.2020
Stil der Erstbegehung: Trad
Kletterzeit der Erstbegeher: 4 Std.
---------------------------------------------------- * Beim Kunstprojekt „about a moment“ geht es um die drei Dimensionen ZEIT, RAUM und ICH. Für die Dimension ICH steht in der rechten Wandhälfte die Route „Ichgespenst für Meistergeister“, in der linken, als Äquivalent dazu: „Ichfrei ist gleich Freiheit“.------------------------------------------------------------------------------ * Zusätzlich wurde in das Kunstprojekt "about a moment" ein "Land-Art-Projekt" integriert, indem der Hierjetztspitze am 4.9.2022, im Zuge der Erstbegehung "Nie ist gleich immer", am Gipfel ein Stück Fels in orientalischer Spitzschuhform entnommen, zuhause mit Goldfarbe beschichtet und im darauffolgenden Jahr, am 19.8.2023, nunmehr vergoldet, im Zuge der Erstbegehung "Ichfrei ist gleich Freiheit", an Ort und Stelle wieder eingefügt wurde (zwar scheint dieser vergoldete „Schuh des Kalifen“ [siehe Bild] inzwischen mit irgendeiner Seilschaft wieder mit zurück ins Tal geklettert, sprich verschwunden zu sein, - aber wer weiß, vielleicht hatscht er ja über Umwege irgendwann wieder heimwärts ins Mekka Zillertal). Im nächsten Jahr, am 31.7.2024, wurde jedenfalls im Zuge der Erstbegehung „Nirgends ist gleich überall“ ein mannshoher Gipfelzacken vergoldet, der sich wohl nicht mehr so schnell in Luft auflösen wird =|;) Seither leuchtet die Hierjetztspitze bei Sonnenschein magisch strahlend ringsum ins Hochgebirge: THE CROWN!

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